Interview

Thomas Piber:

"Geniale Alternative zu aufwendigen bGM Maßnahmen!"

Herr Thomas Piber ist Sportphysiotherapeut, hat Healthcare Management studiert und arbeitet unter anderem als Berater im betrieblichen Gesundheitsmangement. Im Interview mit Dominic Rinkel spricht er über Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagement.

Dominic Rinkel: Herr Piber, was ist das Ziel des betrieblichen Gesundheitsmanagements (bGM)?

Thomas Piber: Ziel des bGM ist es, die persönlichen Ressourcen der Mitarbeiter zu stärken. Durch eine Verbesserung der Lebensqualität und durch gute Arbeitsbedingungen am Arbeitsplatz wird zum einen die Gesundheit und Motivation der Mitarbeiter nachhaltig gefördert und zum anderen die Produktivität eines Unternehmens wesentlich erhöht. Zudem ist der volkswirtschaftliche Aspekt nicht zu vernachlässigen, da sich die Kosten für krankheitsbedingte Fehltage von Mitarbeitern in Österreich und Deutschland jährlich in Milliardenhöhe bewegen. Durch gezielte Maßnahmen im Rahmen des bGM können diese Kosten drastisch reduziert werden und es entsteht einerseits für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber eine Win-Win-Situation. Zudem wird das Unternehmens-Image deutlich verbessert – man denke hier zum Beispiel an die Bewertung im Rahmen von „Best Place to Work“.

Was konkret würden Sie beispielsweise als eine effektive Möglichkeit bewerten, um Rückenschmerzen vorzubeugen und zu lindern?

Mein Credo lautet in diesem Fall bewegen, bewegen und nochmals bewegen. Bewegungsmangel, Fehlhaltungen und einseitige Belastungen sind die häufigsten Ursachen für Rückenbeschwerden jeglicher Art. Der menschliche Bewegungsapparat ist nicht auf die Belastung, wie sie die Menschen heute bedingt durch Büroarbeit erfahren, ausgelegt. Vor allem das lange Sitzen kann zu massiven Haltungsschwächen führen, woraus sich langfristig sehr häufig massive Beschwerden entwickeln. Das beste Gegenmittel ist und bleibt Bewegung und der Spaß daran. Genauso, wie es eine gesetzlich vorgeschriebene Bildschirmpause gibt, sollte man auch in regelmäßigen Abständen seine Sitzposition verlassen bzw. zwischendurch kleine Bewegungseinheiten (nach Möglichkeit) einbauen.

Rückenleiden verursachen manchmal sogar durchaus lange Job-Abstinenz und damit einhergehend auch hohe Kosten für Arbeitgeber – was empfehlen Sie Arbeitgeber/innen, um ihre Mitarbeiter in dieser Hinsicht gesund und fit zu halten?

Es gibt viele Ideen für die Mitarbeiter-Gesundheit, auch für den Rückenschutz, denn seit Jahren sind Rückenbeschwerden eine der Hauptursachen für Arbeitsunfähigkeit. Zum einen muss der Arbeitsplatz natürlich möglichst ergonomisch gestaltet werden. Darüber hinaus ist natürlich auch ein regelmäßiger Positionswechsel essenziell. Alleine das hilft schon, verkrampftes und einseitiges Sitzen zu verhindern. Ich empfehle meinen Kunden zum Beispiel auch gerne die Einrichtung von Steh-Arbeitsplätzen und die Animation zu regelmäßigen Bewegungspausen. Leider ist das in der Arbeitswelt nicht immer möglich, sodass oft weniger aufwändige und leichter integrierbare Lösungen bevorzugt werden. Ihr Übungsprogramm bietet hier natürlich eine geniale Alternative zu aufwändigen bGM Maßnahmen. Besonders gut gefallen mir die Anwendbarkeit bezüglich Regelmäßigkeit und auch der spielerische Umgang mit Bewegung. Denn nur wenn die Nutzer Spaß an den Übungspausen haben, bleiben sie auch langfristig aktiv und integrieren die aktive Pause in ihren Arbeitsalltag.

Würden Sie als Physiotherapeut und Berater im Gesundheitsmanagement Ihren Klienten bee für den Arbeitsplatz empfehlen?

Auf jeden Fall bietet das bee-Übungsprogramm tolle Möglichkeiten Mitarbeiter zu Bewegung zu animieren und Pausen sinnvoll zu nutzen. Dadurch haben auch Arbeitgeber mit geringen räumlichen Änderungsmöglichkeiten und relativ starren Arbeitsbedingungen die Möglichkeit, zur Gesundheit ihrer Mitarbeiter/innen beizutragen und somit auch ihrem Unternehmen etwas Gutes zu tun. Wirtschaftlich gesehen wird sich diese Maßnahme für jedes Unternehmen bald rechnen.